Von Sammelwut gepackt

Eben erfahren wir von den Kollegen aus der Umweltabteilung, dass die Aktion "Handys sammeln für die Havel" bei Volkswagen tatsächlich Schule macht. Von Wolfsburg aus werden die Sammelboxen nach Emden und nach Hannover wandern, um den Beschäftigten beider Werke die Gelegenheit zu geben, sich von ihren ausgemusterten Althandys zu trennen. In Wolfsburg wird derweil weiter fleißig gesammelt - gerade erst erreicht uns die Kunde, dass eine der Boxen randvoll sei und dringend auf Leerung warte. Wie die Mobiltelefone dann recycelt werden kann man übrigens sehr anschaulich in der Nr. 3/11 des NABU-Mitgliedermagazins "Naturschutz heute" nachlesen. Der Laie wundert sich jedenfalls, welche wertvolle Inhaltsstoffe in so einem Plastikgehäuse verborgen sind - allen voran Gold, Silber und Palladium.

In mühsamer Handarbeit, in Verkugelungsmühlen und unter Einsatz von Magnetbändern und elektrostatischen Räumen wird die Spreu vom Weizen getrennt. Trotzdem rechnet sich die Wiederverwertung. Um den Goldgehalt von einer Tonne Erz zu gewinnen braucht man gerade mal 41 Handys. Auch das Automobil übrigens ist längst auf dem Weg vom Abfall zum Sekundärrohstoff - eine 95%-ige Verwertungsquote ist vorgeschrieben. Volkswagen bereitet seine Aggregate überdies seit langem selbst auf. Rund 13.000 Bauteile werden im Werk Kassel geprüft, bearbeitet und in neuwertige Austauschteile verwandelt. Mit dem VW Sicon Verfahren ist es sogar gelungen, die sogenannte Shredderrestfaktion, also Flusen, Granulat und Sand, in den Wirtschaftskreislauf zurückzuführen - eine kleine Revolution, die der Bundesverband der Deutschen Industrie mit seinem Umweltpreis geehrt hat.

Michael Scholing-Darby 


Kommentare (0)

Keine Kommentare vorhanden

Kommentar schreiben

Name:
E-Mail:
Was sie sagen möchten:
Passwort:
Passwort wiederholen:
[bg_]