Antriebs- und Kraftstoffstrategie

Auf dem Weg zu nachhaltiger Mobilität

Die unternehmenspolitische Richtschnur des Volkswagen Konzerns heißt nachhaltige Mobilität. Nachhaltig sind Technologien, die dazu beitragen, den globalen Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids, lokale Emissionen wie Stickoxide oder Rußpartikel und nicht zuletzt die Abhängigkeit vom Erdöl zurückzuführen. Aus diesen Vorgaben lässt sich das Dreistufen-Modell unserer Antriebs- und Kraftstoffstrategie ableiten.

  • Erstens werden Diesel und Benziner durch Leichtbau sowie die Reduzierung von Fahrwiderständen und vor allem motortechnische Verbesserungen konsequent optimiert, während gleichzeitig die Erdgas-Technologie forciert wird, weil hier auf kurze Sicht die größten Einsparpotenziale zu erwarten sind.
  • Mittelfristig geht es auf der zweiten Stufe um die schrittweise Elektrifizierung des Antriebsstrangs, also die Entwicklung der Hybridtechnologie, vor allem auch: des Plug-in Hybrids. Mit dem vermehrten Einsatz von Biokraftstoffen der zweiten Generation als Ersatz fossiler Kraftstoffe lässt sich angesichts der bis auf Weiteres geringen Reichweiten von Batteriefahrzeugen zudem gerade die Langstreckenmobilität klimaverträglicher gestalten (ohne dass die soziale Nachhaltigkeit – Stichwort Nahrungsmittelkonkurrenz – leiden muss).
  • Langfristig schließt die Volkswagen-Strategie auf Stufe drei rein elektrisch betriebene Fahrzeuge ein, die klimaverträglich, sauber und leise, dabei voll alltagstauglich, sicher und bezahlbar sind – mit den Energiespeichern Akku und irgendwann womöglich Wasserstoff. Das E-Mobil neuen Typs wird sich durch eine eigentümliche Ästhetik und ein Höchstmaß an Langlebigkeit und Wiederverwertbarkeit auszeichnen und in die Verkehrs- und Energiesysteme der Zukunft intelligent eingebettet sein.

XL1 in fahrt

Energieeffizienz aller Technologien steigern

Aber Achtung: Bis 2020 wird der globale Marktanteil reiner Elektroautos kaum über 1,5 Prozent hinausgehen. Die unterschiedlichen Antriebssysteme werden also für lange Zeit koexistieren. Volkswagen setzt darum auf eine Fächerstrategie und arbeitet gleichermaßen intensiv an der Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit all dieser Technologien.

Der Elektromobilität gehört die Zukunft. Nur sie hat das Potenzial, individuelle Mobilität vom Energieträger zu entkoppeln. Nachhaltig wird sie aber erst sein, wenn der Strom für den Betrieb der Fahrzeuge aus erneuerbaren Energien stammt. Im Jahr 2050 könnte die Vision zu hundert Prozent CO2-freier Mobilität Wirklichkeit sein.

Mit BlueMotion und EcoFuel an der Spitze

Schon heute hat Europas Automobilhersteller Nr. 1 auf den meisten Technologiepfaden einen Innovationsvorsprung. Unsere hoch effizienten TDI- und TSI-Modelle, noch aufgewertet durch Downsizing, Rekuperation, Start-Stopp-Automatik oder das Doppelkupplungsgetriebe, haben den Verbrauch kontinuierlich gesenkt. Der Polo BlueMotion begnügt sich mit 3,3 l/100km (87 g CO2/km) – 10% weniger als die EU-Norm für 2020 verlangt.

Die neu entwickelten TSI EcoFuel-Modelle mit Doppelaufladung (Abgasturbolader plus Kompressor) und Direkteinspritzung sind in punkto Kraftstoffeffizienz nicht zu überbieten. Der Passat Variant TSI Ecofuel kommt einschließlich Benzinreserve auf eine Reichweite von 900 Kilometern – und widerlegt damit alle landläufigen Vorurteile gegenüber Erdgasfahrzeugen.

Mit Bioerdgas nachhaltig mobil

Parallel dazu forschen wir in unterschiedlichen Allianzen am Einsatz von Biokraftstoffen der zweiten Generation (SunFuels, Zellulose-Ethanol). Dabei erkennen wir die größten Potentiale für nachhaltige Mobilität im Bioerdgas (SunGas), das fossilem Erdgas beigemischt oder auch in Reinform verwendet werden kann und bei Verwertung von Gülle und Pflanzenresten auch noch zur Vermeidung der äußerst klimaschädlichen Methanemissionen beiträgt.

In die Hybridtechnologie ist Volkswagen wegen der hohen Kosten des Doppel-Antriebs und der Überlegenheit hoch effizienter Dieselaggregate vor allem im Langstreckenbetrieb erst relativ spät eingetreten. Nach dem SUV Touareg bringt das Unternehmen jedoch schrittweise weitere Hybridvarianten auf den Markt – auch die Volumenmodelle Golf und Passat.

Elektrifizierung des Antriebsstrangs

40 Jahre nach dem ersten Prototypen eines E-Fahrzeugs wird Volkswagen 2013 auch mit der Serienproduktion reiner Batteriefahrzeuge durchstarten. Vorreiter sollen der e-Up! und der Golf blue-e-motion werden.

In den Folgejahren werden immer mehr Volkswagen- und Audi-Modelle als serienreife E-Fahrzeuge herausgebracht, zudem wird die Technologie zu anderen Konzernmarken wie Seat, Skoda oder auch VW Nutzfahrzeuge exportiert. Spätestens 2018 will Volkswagen weltweit Elektromobilitäts-Marktführer sein.

Bis dahin arbeitet der Konzern - mit vielen Partnern - unter Hochdruck daran, die immensen technischen Herausforderungen der E-Mobilität in den Griff zu bekommen, also die Reichweiten zu verbessern, die Ladedauer zu verkürzen und die Kosten für den Akku zu senken. Auch auf dem Feld der Brennstoffzellentechnologie ist Volkswagen kompetent und hat innovative Prototypen entwickelt. In den hohen Produktionskosten sowie vor allem in der fehlenden Wasserstoff-Infrastruktur sehen wir aber hohe Hürden für den weiteren Ausbau dieser Technologie.

Mit dem NABU hat Volkswagen einen Partner, der den Ehrgeiz hat, als kritischer Dialogpartner und im konkreten Praxistest von Fahrzeugkonzepten an der forcierten Umsetzung der skizzierten Antriebs- und Kraftstoffstrategie mitzuwirken.

Antriebs- und Kraftstoffstrategie

[bg_]